Taring Padi berufen sich angesichts der Vorwürfe auf die Tradition indonesischer Protestkunst. Von der Kritik scheint das Kollektiv überrascht. documenta15
Erst verhüllt, dann ganz abgebaut: Das Banner „People's Justice“ am Montagabend Foto: Swen Pförtner/dpa
Der Kalender war eine Provokation. Er brachte der Gruppe und dem Künstler Yayak Yatmaka Anerkennung in oppositionellen Kreisen des Landes und im Exil ein. Dort musste der indonesische Künstler dann auch fortan die Restzeit der Suharto-Diktatur verbringen. Seine Werke zierten fortan noch Publikationen der Solidaritätsbewegung. Sein Stil ist mit den indonesischen Künstler*innen, die jetzt in Kassel für den Eklat sorgen, vergleichbar.
Suharto kam 1965/66 mit einem Blutbad an die Macht, bei dem rund eine Million Menschen getötet wurden. Westliche Regierungen einschließlich der Deutschen haben dies geduldet und Suharto jahrelang unterstützt. „Die Darstellung von Militärfiguren auf dem Banner ist Ausdruck dieser Erfahrungen“, erklärt Taring Padi.
Aber der in Teilen antisemitischen Bildsprache der Künstler jetzt tiefere Intention zu unterstellen, verkennt die innenpolitische Hintergründe dieser Protestkunst. Die antisemitische Symbolik fußt eher auf Naivität und Unwissen, vor allem auch über den Kontext der Wahrnehmung dieser Symbole in der zu Recht von besonderer Empfindlichkeit geprägten deutschen Öffentlichkeit.
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