In Zürich wurde am Samstagabend ein Mann aus judenfeindlichen Motiven lebensbedrohlich verletzt. Antisemitismusforscherin Christina Späti zur historischen Tragweite der Attacke, zum gesellschaftlichen Kontext – und zur verhaltenen Reaktion vieler Linker.
Das Sicherheitsempfinden ist unter den 18 000 Jüd:innen in der Schweiz natürlich sehr individuell. Grundsätzlich lässt sich aber durchaus sagen, dass die Unsicherheit schon lange nicht mehr so gross war wie jetzt. Judenfeindliche Schmierereien und verbale Anfeindungen gab es hierzulande bereits seit den fünfziger Jahren wieder, aber die Situation hat sich zuletzt nochmals spürbar verschlechtert.
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund sprach von einer «neuen erschreckenden Eskalationsstufe», die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus von einer «Zäsur». Am Sonntagabend gab es in Zürich eine Mahnwache mit Hunderten Teilnehmer:innen. Die Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich verurteilte die Attacke unter dem Titel «Nicht in unserem Namen!».
Angesichts des Angriffs vom Samstag: Mancherorts wird suggeriert, dass es eine weitere spezielle Form des Antisemitismus gebe – nämlich eine muslimische. Halten Sie das für zulässig? Es zeugt von dem, was ich bereits gesagt habe: Sobald der Nahostkonflikt Thema ist, nehmen die Vorfälle zu. In diesem Fall also noch bevor Israel irgendetwas unternommen hat. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich verurteile das Vorgehen des israelischen Militärs. Geht es allerdings um die Situation der Jüd:innen in Europa, kann Israel letztlich machen, was es will – sobald es hier Thema wird, tritt der Antisemitismus hervor.
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