Gemäß der DDR-Führung waren Drogen wie Cannabis ein Phänomen des Westens. War das wirklich so? Die Drogenpolitik und -kultur der DDR hat bis heute Auswirkungen auf den Konsum psychoaktiver Substanzen in den neuen Bundesländern. Die zu Zeiten des Kalten Krieges in Ost wie West illegale Form von Rauschmitteln war im damaligen Ostblock kaum existent.
Die Drogenpolitik und -kultur der DDR hat bis heute Auswirkungen auf den Konsum psychoaktiver Substanzen in den neuen Bundesländern. Die zu Zeiten des Kalten Krieges in Ost wie West illegale Form von Rauschmitteln war im damaligen Ostblock kaum existent. Deshalb gibt es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eine Generation Kiffer weniger als in der früheren BRD.
Doch angesichts des volkseigenen Drehpapiers und der Neugier von ungefähr zwei Dutzend Ostpunks war der Dübel sofort nach dem Anrauchen heiß. Schlussendlich hat wohl keiner der Erstkiffer zwei oder drei richtig fette Züge und somit eine psychoaktive Dosis einatmen können. Kurzum: Angesoffen waren alle, high wurde auch nach dem Joint keine*r.
Drogenfahnder im klassischen Sinne gab es im Ostteil jedoch ebenso wenig wie ein Betäubungsmittelgesetz. Das DDR-Suchtmittelgesetz aus dem Jahre 1973 war ein schlecht formulierter Papiertiger, zu dessen Umsetzung es im Vergleich zur Westteil so gut wie gar keine Ressourcen gab. Als Folge dessen wurden in den ersten Jahren nach dem Mauerfall alle nur denkbaren Drogen ziemlich offen und unverhohlen verkauft. Haschisch gab es in fast jedem besetzten Haus und in so gut wie jedem Nachtclub.
Drogenpolitik in der DDR war bis 1989 schlicht nicht existent, die im Westen steckte in den Anfangsjahren und setze meist auf Repression. Bundes- und Landespolitik haben damals versäumt, der sehr speziellen Situation mit sachlicher Information oder gar der Möglichkeit von Drug-Checking oder Konsum akzeptierenden Beratungsangeboten zu begegnen. Eine weiteres Erbe der Nicht-Drogenpolitik aus DDR-Zeiten waren riesige, seit 1989 verwaiste Nutzhanffelder um Berlin oder auch Magdeburg.
Die cannafine, alternative Subkultur des Berliner LSD-Viertels, der Mainzer Straße, der Kastanienallee, der Linienstraße oder auch der Dresdener Neustadt haben diese Viertel erst zu den Kreativ-Kiezen gemacht, die Berlin, Dresden oder Leipzig heute ausmachen. In den 2023 komplett durch gentrifizierten Szene-Bezirken ist Cannabis heute noch präsenter als im Rest der Republik.
Personenbezogene Daten können verarbeitet werden , z. B. für personalisierte Anzeigen und Inhalte oder Anzeigen- und Inhaltsmessung.
South Africa Latest News, South Africa Headlines
Similar News:You can also read news stories similar to this one that we have collected from other news sources.
Die grosse Reportage: Schlafmangel, Ränkespiele und alkoholfreies BierMike Egger, Franziska Ryser und Andri Silberschmidt bilden die bekannteste Wohngemeinschaft der Schweiz. Wir haben sie durch turbulente zwölf Monate Wahlkampf begleitet.
Read more »
Demonstration für die Party: Die Fantastischen Vier bringen die Baloise Session zum HüpfenRapper Michael Beck und DJ Andreas Rieke verrieten vor ihrem fulminanten Auftritt an der Baloise Session, über welche Superkräfte Die Fantastischen Vier verfügen.
Read more »
Nationalratswahlen BL: Die Polparteien SP und SVP gewinnen, die Grünen tauchen abAlle bisherigen Baselbieter Nationalräte und Nationalrätinnen sind wiedergewählt. Die SVP und die SP können ihre Wähleranteile markant steigern. Zu den Verlieren gehören die Grünen und die FDP.
Read more »
So haben die St.Galler Gemeinden gewählt – die Wahlergebnisse in fünf GrafikenDie SVP gewinnt den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurück. Leidtragende sind die Grünliberalen, die keinen St.Galler Vertreter mehr nach Bern schicken. Im Ständerat schafft es Arbër Bullakaj (SP) auf den ersten Verfolgerplatz.
Read more »
St.Galler Nationalratswahlen: Wie die SVP die Klimaparteien bezwangDie SVP kann im Kanton St.Gallen ihren fünften Nationalratssitz von der GLP zurückerobern. Damit findet die grüne Welle ein jähes Ende. Verliererin ist die links-grüne Allianz.
Read more »