Suchmannschaften durchkämmen Straßen, zerstörte Gebäude und sogar das Meer, um nach Leichen in Darna zu suchen, wo der Einsturz zweier Dämme eine gewaltige Sturzflut ausgelöst hatte. Die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat mit der Verteilung von Nothilfe begonnen.
Suchmannschaften durchkämmen Straßen, zerstörte Gebäude und sogar das Meer, um nach Leichen in Darna zu suchen, wo der Einsturz zweier Dämme eine gewaltige Sturzflut ausgelöst hatte. Foto: Yousef Murad/AP/dpaDen Einsatzkräften und Helfern in dem Bürgerkriegsland bereitet nicht nur die mögliche Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera grosse Sorge, sondern auch Landminen und Blindgänger. Derweil trafen weitere Hilfsgüter ein.
Laut der WHO sind bisher etwa 4000 Todesopfer identifiziert. Der Sturm «Daniel» hatte das nordafrikanische Land am vergangenen Sonntag erfasst. Nahe der besonders betroffenen Stadt Darna brachen zwei Dämme, ganze Stadtviertel wurden ins Meer gespült. Bis zur Katastrophe hatten in der Hafenstadt rund 100 000 Menschen gelebt. Der libysche Staatsanwalt Al-Sedik al-Sur kündigte an, er werde die Verantwortlichen für die Katastrophe vor Gericht stellen.
Libyen ist faktisch zweigeteilt. An der Spitze der Regierung im Osten, wo der Sturm «Daniel» besonders grossen Schaden angerichtet hat, sitzt Ministerpräsident Osama Hammad. Seine Regierung bezifferte die Zahl der offiziell registrierten Todesfälle mit Stand Samstagabend auf 3252.
Das UN-Nothilfebüro erwartet, dass die Opferzahlen noch weiter steigen, da die Such- und Rettungskräfte noch immer nach Überlebenden suchten. Es gibt Sorgen vor möglichen gesundheitlichen Auswirkungen für die Bevölkerung der Stadt. Bis Samstag wurden etwa 150 Durchfallerkrankungen gemeldet. Grund sei verschmutztes Trinkwasser, so der Leiter des Zentrums für Krankheitsbekämpfung, Haidar al-Sajih.
Mit den Tausenden von Vertriebenen, die jetzt unterwegs seien, steige auch das Risiko, mit Landminen und explosiven Kampfmitteln in Berührung zu kommen, die von den jahrelangen Konflikten im Land übrig geblieben sind, erklärte das UN-Nothilfebüro. Die gewaltigen Fluten hätten unter anderem Landminen in andere Gebiete gespült, hiess es unter Berufung auf das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.
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