Der Aufstieg Sahra Wagenknechts zur Medien-Galionsfigur begann dank eines konservativen Journalisten. Sichtbarkeit allein wird ihrer Partei nicht helfen.
Wo die Kameras sind, ist auch Sahra Wagenknecht – oder ist es andersherum? Foto: Florian Gaertner/photothek/imago
Besonders aufschlussreich dafür ist eine Szene aus dem Mai 2012; damals war Sahra Wagenknecht stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, doch der Grund für ihren Auftritt in der Kulturbrauerei in Berlin war ein anderer. Kurz zuvor hatte sie ihr Buch „Freiheit statt Kapitalismus“ veröffentlicht. Und damit saß sie nun auf einem Podium zwischen dem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und dem CSU-Mann Peter Gauweiler.
Mit ganz ähnlichen Positionen tritt Wagenknecht auch heute mit ihrem Bündnis an – und dürfte damit tatsächlich sowohl klassische Sozialdemokraten als auch eher konservative Wählerinnen und Wähler erreichen, die sich wegen sozialer Ungleichheit und mangelnden „Zusammenhalts“ im Land Sorgen machen. Das Launchvideo der Partei auf Youtube ist auf ebendiese Wählerinnen zugeschnitten.
Die geheime Zauberkraft Seitdem ist kein Jahr vergangen, in dem Wagenknecht nicht regelmäßig zu Gast in den Politiktalkshows der Öffentlich-Rechtlichen war. Sie trat als scharfe Kritikerin des Abbaus des Sozialstaats auf, war aber immer wieder als Kommentatorin im Zuge der sogenannten Eurokrisen gefragt. Sie erarbeitete sich als linke Kritikerin mit ökonomischer Fachkompetenz eine mediale Position, wo sie kaum Konkurrenten oder Konkurrentinnen aus der Politik hatte.
Trotzdem konnte auch Wagenknecht ihre außergewöhnliche Talkshowbilanz nicht dauerhaft auf diesem Niveau halten, und als Maßnahmenkritikerin während der Coronapandemie war sie medial weniger präsent denn als linke Ökonomiekritikerin. Tatsächlich scheint Wagenknecht nun auch mit ihrem Bündnis Sahra Wagenknecht wieder mehr auf Ungleichheit und Sozialpolitik zu setzen – bei gleichzeitiger Härte in der Migrationspolitik.
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