In Myanmar geraten die Militärs immer mehr unter Druck: Eine Rebellenarmee sorgt für eine Energiekrise und jetzt bleiben auch noch die Touristen weg.
Heißluftballons über der alten Tempelstadt Bagan sind ein typisches Touristenvergnügen, steigen aber immer seltener auf. 1. 1.2024 Foto: Aung Shine Oo/ap/dpa
In weiten Teilen des Landes ist zwar von der Militärregierung etwas zu spüren, noch aber nichts von einem Bürgerkrieg. Dieser spielt sich derzeit weitab vom Zentrum in den Grenzregionen und im Norden ab, besonders im Shan-Staat. Hoteliers von Juntas Gnaden Frage also beim Hotelmanager, der stets versucht, jeden Wunsch seiner Gäste, aktuell hauptsächlich Chinesen, zu erfüllen: „Kann man derzeit sicher in den Norden reisen?“ Einen Moment lang wird sichtbar, wie der Manager nach einer zutreffenden wie zufriedenstellenden Antwort sucht. „Wie Sie wissen, ist Myanmar ein sehr umkämpftes Land“, sagt er dann.
Die Ballons steigen nicht mehr auf Seit dem Putsch vom 1. Februar 2021 ist die bekannteste Politikerin des Landes jedoch wieder in Haft, wie viele Mitglieder ihrer Regierung auch. „Die Meldungen über die Erfolge der Rebellen sind natürlich schlecht fürs Geschäft“, sagt Davey. Zu einer Balloncrew gehören Dutzende Einheimische, die als Bodenpersonal arbeiten und deren Familien auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen sind.
Der geplatzte Traum von Freiheit Trotzdem ist kaum Betrieb vor dem Tempel, die bunten Pferdekutschen warten vergebens auf Touristen, die sich durch die Tempelstadt fahren lassen wollen. „Bis zur anderen Flussseite sind die Rebellen schon vorgedrungen“, sagt ein Händler. „Noch nie waren die Militärs so in der Defensive wie derzeit.“ Und dann bittet er, doch schnell noch etwas von seinen Schätzen zu kaufen, Sandsteinmalereien, Jadeschnitzereien oder feine Stoffe.
„Nach den Covideinschränkungen hatten wir gehofft, uns wieder frei bewegen zu können“, sagt Aung Win Soe*, der in Mandalay, der Hauptstadt des letzten birmesischen Königs, ein gelbes Tuk-Tuk fährt. Diese dreirädrigen Motorradrikschas sind in der Millionenstadt Mandalay der übliche Taxiservice. „Ständig halten die Militärs uns an, um zu kontrollieren“, sagt der 25-Jährige. „Besonders schlimm ist es am Abend, wenn die Soldaten betrunken sind.
Als Folge bilden sich kilometerlange Schlangen vor den Tankstellen, mancherorts stellen sich die Autofahrer schon am Abend an, um nach der Öffnung am Morgen eine Chance auf Benzin oder Diesel zu haben. Das gibt es dann aber nicht an jeder Tankstelle, und wenn, dann nur rationiert: Als Folge müssen sich die Überlandbusse auf ihrer Fahrt mehrfach an Tankstellen anstellen.
Die Gesichter unter dem Stahlhelm sind bis zu den Augen mit schwarzen Masken verhüllt. Unterstützt werden sie von Verkehrspolizisten – zu erkennen durch hellere Uniformen und ohne Gesichtsverhüllung – welche die Fahrzeuge und ihre Insassen kontrollieren. Es bildet sich sofort ein Riesenstau. „Entweder du hältst dich an die Regeln der Militärdiktatur, oder du landest im Knast“, sagt der Grafiker. Die erste Regel sei, nicht über Politik zu reden, die zweite auch. „Das Schwierige an den Regeln ist: Sie ändern sich ständig.“
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