In dem 1.000-Seelen-Dorf Wanlo im Rheinland wird täglich Kohle abgebaut. Das gigantische Loch des Braunkohletagebaus Garzweiler ist 500 Meter entfernt und sorgt für ständiges Brummen. Die Bewohner sind an den Lärm gewöhnt und haben sich mit der Situation arrangiert.
taz-Sonderausgabe zu Utopie:Lützi blieb Es brummt in Wanlo. In dem 1.000-Seelen-Dorf mitten im Rheinland klingt es wie in einer Großstadt. Richtig still ist es in dem kleinen Ort nie, nicht einmal nachts. Aber das Brummen kommt hier nicht von Zügen oder Autos, sondern von einem gigantischen Kohlebagger, der im Osten von Wanlo den Boden wegfrisst.
Der Bewegungsgarten – so nennen die Bewohner*innen das Grundstück – liegt direkt an einem der Eingänge des Dorfes. Es ist ein ungewöhnlich warmer Herbsttag Ende September. Beim Gang durch das kniehohe Gras werden die Hosenbeine nass. In der Feuerstelle in der Mitte des Gartens steht das Metallgestell eines Stuhls. In einem Baum hängen ausgelatschte Schuhe.
Das Grundstück gehörte damals schon ihrer Mutter, mittlerweile gehört es ihnen beiden. Erst interessierte sich Elli gar nicht so recht für den Kohlekonflikt. Aber dann wurde ihr die Dominanz von RWE im Rheinland zu viel. Sie gab ihren Job in der Pflege auf und schloss sich der Protestgemeinschaft im Bewegungsgarten an. „Es hatte einfach Sinn, hier zu sein“, sagt sie.
Auch im Bewegungsgarten gab es deswegen Konflikte. „Da hinten stand mal eine Holzhütte,“ Samu deutet hinter sich. „Die hat jemand mal wie im Wahn gebaut.“ Alle ließen ihn machen. Am Ende war die Hütte undicht und Ratten hatten sich in dem kleinen Häuschen breitgemacht. Die Person hat den Garten verlassen und andere Bewohner*innen mussten es wieder abbauen.
Im Rheinland bekommt man die Abhängigkeit besonders zu spüren, denn dort gibt RWE den Ton seit Jahrzehnten an. Im frühen 19. Jahrhundert wurde hier das erste Mal Braunkohle abgebaut. Zwei Jahrhunderte später ist das Rheinische Braunkohlerevier das größte Europas und das Rheinland eine durchlöcherte Mondlandschaft.
Ramu, Anarchist aus dem Rheinland„Wenn Leute erst einmal merken, was sie von unten tun können, dann können sie richtig was verändern“
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