Das Golfemirat Katar hat eine vorübergehende Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten vermittelt. Ausländische Staatsangehörige und verletzte Palästinenser können den Gazastreifen verlassen und zur Behandlung nach Ägypten reisen.
mit drastischen Worten auf das Leiden der Zivilbevölkerung hingewiesen:Das Golfemirat Katar hat nach US-Medienberichten eine vorübergehende Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten vermittelt. Im Rahmen dieser Vereinbarung dürften alle ausländischen Staatsangehörigen den Gazastreifen verlassen, berichtete der US-Fernsehsender CNN am Mittwoch.
Wie viele Ausländer und Palästinenser mit weiterem Pass sich derzeit im Gazastreifen aufhalten und wie viele ihn verlassen wollen, ist unklar. Dem US-Fernsehsender CNN zufolge befinden sich abgesehen von Geiseln in Gewalt der Hamas etwa 500 bis 600 US-Bürger in dem Gebiet. Ägypten hat zur Behandlung palästinensischer Verwundeter bereits ein Feldlazarett errichten lassen. Es liegt hinter einem staatlichen Krankenhaus im Ort Scheich Suwaid, etwa 15 Kilometer vom Übergang Rafah entfernt. Laut Berichten verfügt es über mindestens 300 Betten.
Bewohner des Gazastreifens konnten am Mittwochmorgen nicht telefonisch erreicht werden. Hilfsorganisationen haben zu bedenken gegeben, dass der Verlust der Kommunikationsverbindungen ihre Arbeit angesichts einer bereits schwierigen Lage im Gazastreifen stark beeinträchtige. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gebiets ist vertrieben worden. Grundversorgungsgüter gehen zur Neige.
Israel erklärte, der Angriff habe eine Hamas-Kommandozentrale in Wohnhäusern und ein darunter liegendes Tunnelnetz im Flüchtlingslager zerstört. Dabei sei eine grosse Zahl von Hamas-Terroristen getötet worden.Bei einem Grossangriff des israelischen Militärs auf Dschabalia im Norden des Gazastreifens sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.
Gleichzeitig beorderten die südamerikanischen Länder Chile und Kolumbien ihre Botschafter für Konsultationen zurück.
Der militärische Arm der islamistischen Hamas, die Kassam-Brigaden, behauptete, Fahrzeuge der israelischen Armee unter anderem mit Raketen sowie Soldaten mit Mörsergranten angegriffen zu haben. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. Das Golfemirat Katar gehört seit etwa 15 Jahren zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. Das reiche Emirat greift der islamistischen Bewegung vor allem politisch unter die Arme und leistet finanzielle Hilfe, etwa beim Wiederaufbau von Infrastruktur nach israelischen Angriffen. Hanija selbst lebt in Katar. Amirabdollahian traf am Dienstag auch den katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani.
Terroristen der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas und anderer Gruppen hatten am 7. Oktober in Israel überraschend angegriffen und Massaker unter Zivilisten angerichtet. Israel greift seither massiv Stellungen der Hamas im Gazastreifen an - seit dem Wochenende auch mit Bodentruppen. Weltweit wachsen Sorgen vor einer noch grösseren Eskalation der Gewalt in Nahost. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut eine «Terrorzelle» im Libanon angegriffen.
Nach Militärangaben gelten seit dem Terrorüberfall immer noch 40 Menschen als vermisst. Wegen des schlimmen Zustands vieler Leichen ist auch die Identifikation noch nicht abgeschlossen.Im Gaza-Krieg sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef bisher 3450 Kinder getötet worden. «Gaza ist ein Friedhof für Kinder geworden», sagte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag während eines Briefings in Genf. Eine Quelle für die Zahl nannte er nicht.
Israels Armee hatte am Wochenende eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet. Neben massiven Luftangriffen weiteten die israelischen Truppen auch ihre Einsätze am Boden aus. Medienberichten zufolge sollen sie am Montag etwa drei Kilometer in den Gazastreifen vorgestossen sein.
Die Vereinten Nationen betonen immer wieder, dass die Lieferungen angesichts der dramatischen humanitären Lage in Gaza bei Weitem nicht reichen. «Die Handvoll Konvois, die durch Rafah gelassen wird, ist nichts im Vergleich zu den Bedürfnissen von mehr als zwei Millionen in Gaza gefangenen Menschen», sagte Philippe Lazzarini, Generalkommissar des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA.
Akuter Treibstoffmangel wirkt sich nach UN-Angaben bereits auf die Wasserversorgung der Bewohner Gazas aus. «Nur eine Entsalzungsanlage arbeitet mit lediglich einer Kapazität von fünf Prozent, während alle sechs Wasseraufbereitungsanlagen im Gazastreifen aufgrund von Treibstoff- oder Strommangels derzeit ausser Betrieb sind», sagte die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Catherine Russell.
Nach UNO-Angaben werden täglich eigentlich 100 Lastwagenladungen benötigt, um die 2,2 Millionen Menschen dort mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor Kriegsbeginn kamen OCHA zufolge im Durchschnitt unter der Woche täglich 500 Lastwagen in den Gazastreifen. Die 22 Jahre alte Shani Louk wurde nach Angaben ihrer Familie bei einem Musikfestival in der israelischen Negev-Wüste von der islamistischen Hamas getötet. Bilder und Videos, die im Internet kursierten, zeigten demnach den Körper der jungen Frau auf einem Pick-up. Zunächst ging Shani Louks Familie, von der ein Teil in Baden-Württemberg lebt, davon aus, dass die junge Frau schwer verletzt wurde, aber am Leben war und sich im Gazastreifen befand.
US-Präsident Joe Biden telefonierte wegen der katastrophalen Lage am Sonntag mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Gegenüber Netanjahu habe er deutlich gemacht, dass «unverzüglich» deutlich mehr humanitäre Hilfe nach Gaza gelangen müsse, teilte die Regierungszentrale in Washington mit.
Im Gespräch mit Al-Sisi hätten sich die beiden Staatsoberhäupter unter anderem dazu verpflichtet, die Hilfslieferungen nach Gaza «von heute an erheblich zu beschleunigen und kontinuierlich zu erhöhen».Die Zahl der bekannten im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln steigt weiter. Man habe bis Sonntag die Familien von 239 Entführten informiert, sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Abend. Das sind neun mehr als am Vortag.
In Naltschik wurden am Sonntag Reifen neben einem jüdischen Kulturzentrum im Bau angezündet, wie die Nachrichtenagentur Ria meldete. Das Gebäude wurde nach Angaben der Sicherheitsbehörden der Teilrepublik Kabardino-Balkarie mit extremistischen Losungen beschmiert. Fotos zufolge stand dort «Tod den Juden». In der Teilrepublik Karatschajewo-Tscherkessien riefen Demonstranten dazu auf, die örtliche jüdische Bevölkerung auszusiedeln.
Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, dass die libanesische Hisbollah scheinbar ihre Raketenangriffe ausgeweitet habe. Eine offizielle Bestätigung der eng mit dem Iran verbundenen schiitische Miliz stand jedoch aus. Auch palästinensische Gruppierungen im Libanon reklamieren regelmässig Abschüsse für sich.In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben sich mindestens 2000 Palästinenser sowie einige Libanesen zu einem Protest gegen Israel versammelt.
Aufgerufen zu dem Protest hatte die populistische islamische Partei Jamaat-e-Islami. «Die Hamas ist keine Terrororganisation», sagte Parteichef Senator Sirajul Haq bei der Kundgebung. Auf Bannern waren neben anti-israelischen Protestslogans auch Sätze wie «Stoppt den Genozid in Gaza» zu lesen. Frauen und Männer marschierten getrennt.
Stattdessen stand in dem Entschuldigungs-X-Post Netanjahus: «Ich gebe allen Chefs der Sicherheitskräfte meine volle Unterstützung. Ich stärke den Stabschef, den Kommandeuren und Soldaten der IDF, die an der Front stehen und für uns kämpfen, den Rücken. Gemeinsam werden wir gewinnen.» Israel will die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen nach eigenen Angaben erleichtern.
Israelische Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Hamas habe rund 30 000 Menschen im Umkreis des Schifa-Krankenhauses konzentriert, damit diese als «menschliche Schutzschilde» dienen. Dies solle Israel daran hindern, ihre unterirdische Kommandozentrale anzugreifen. Die israelische Armee hatte am Samstag Videos veröffentlicht, in denen mutmassliche Mitglieder der islamistischen Hamas die Nutzung des Krankenhauses für ihre Zwecke bestätigen.
Auch ein anderer grosser Anbieter, die Jawwal Telecommunication Company, gab am Sonntag bekannt, dass ihre Telekommunikationsdienste «allmählich wiederhergestellt werden». Ein israelischer Offizier sei in der Nacht schwer verletzt worden, als er im nördlichen Gazastreifen von einer Mörsergranate getroffen worden sei, hiess es. Ein weiterer israelischer Soldat sei bei einem Gefecht mit Terroristen ebenfalls im Norden verletzt worden. Beide würden im Krankenhaus behandelt, teilte Israels Militär weiter mit.
In den vergangenen Wochen nach dem Hamas-Grossangriff hatte Irans politische und militärische Führung den traditionellen Erzfeinden USA und Israel gedroht. Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei lobte die Hamas-Attacke, wies eine direkte Verstrickung jedoch zurück. Wie viele Geiseln genau im Gazastreifen gefangen gehalten werden, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Bis Samstag wurden israelischen Armeeangaben zufolge die Familien von 230 Entführten informiert. Die vier von der Hamas bereits freigelassenen Geiseln sind nach Militärangaben darin nicht eingerechnet.
Der Chef der islamistischen Hamas, Jihia al-Sinwar, behauptete am Samstag in einem Telegram-Kanal, die Palästinenserorganisation sei bereit, ein Abkommen über einen Gefangenenaustausch sofort abzuschliessen.Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu weiss eigenen Angaben zufolge nicht, ob der Iran an der Planung des brutalen Terrorangriffs der islamistischen Hamas vom 7. Oktober beteiligt war.
Den Ausfall der Kommunikationsdienste seit Freitagabend bezeichnete Lazzarini als «einen weiteren Versuch, die humanitäre Antwort für die Zivilisten im Gazastreifen» zu behindern. Das Hilfswerk werde sich davon aber nicht entmutigen lassen. «Wir werden unsere humanitäre Pflicht erfüllen, auch im Angesicht dieser beispiellosen Herausforderungen.» UNRWA sei dem Schutz der etwa 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen weiterhin verpflichtet.
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