Seit dem Ende der Corona-Pandemie rollen die Moia-Kleinbusse wieder verstärkt durch Hamburg. Nach Angaben des Senats werden die elektrischen Sammeltaxis von immer mehr Menschen genutzt. Noch sitzen in den Fahrzeugen auch Fahrer, um deren Bedürfnisse es Streit gibt.
Hamburg - Der Sammeltaxidienst Moia hat in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als zwei Millionen Fahrgäste in Hamburg befördert. Im gesamten vergangenen Jahr hätten 1,4 Millionen Menschen die Elektro-Kleinbusse genutzt, teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten David Stoop mit. Im September seien im Schnitt 100 der metallic-gelben Fahrzeuge in Hamburg unterwegs gewesen, zu Spitzenzeiten sogar 330. Die VW-Tochter war vor vier Jahren am 15.
Seit Beginn dieses Jahres ist Moia offiziell Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Dadurch konnte das Geschäftsgebiet in die Stadtteile Wilhelmsburg, Lurup/Osdorf, Billstedt/Billbrook und Rahlstedt erweitert werden. In der jetzt 270 Quadratkilometer großen Fläche, die von Moia bedient wird, gibt es den Senatsangaben zufolge 12 500 virtuelle Haltepunkte.
Bei dem Shuttle-Dienst arbeiten in der Hansestadt rund 900 Menschen als Fahrer, knapp 70 Prozent von ihnen in Vollzeit. Die Gewerkschaft IG Metall sieht die Arbeitsbedingungen bei Moia kritisch und hatte Ende September zu einem Warnstreik aufgerufen. Stoop, der gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linken in der Bürgerschaft ist, monierte die Pausenregelung bei dem Shuttle-Dienst. Die Fahrer könnten nicht selbstbestimmt entscheiden, wann sie eine Toilettenpause machten.
Der Senat versicherte, die Fahrer könnten jederzeit Sonderpausen machen. Nur müssten sie diese vorher beantragen, damit ab diesem Zeitpunkt keine weiteren Fahrgäste hinzugebucht würden. Andernfalls käme es zu Wartezeiten für Passagiere. Moia habe Pausenorte bei Partnerunternehmen im gesamten Stadtgebiet. Stoop erklärte dagegen: "Die Behauptung des Senats, Pinkelpausen seien für die Fahrer jederzeit möglich, steht im Widerspruch zu deren Aussagen.
Der Linken-Abgeordnete äußerte auch die Sorge um den Erhalt der Arbeitsplätze nach Einführung der autonomen Fahrzeuge. Der Senat erwiderte, Moia rechne damit, dass bei einer wachsenden Flotte von teilweise autonom fahrenden Kleinbussen der Personalbedarf steige. Für die Mitarbeiter entstünden neue Rollen im Betrieb von barrierefreien Fahrzeugen, in der Flottenüberwachung und im Kundenservice.
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