«Fühle mich wie in einem Traum»: Fähndrich schafft Sprint-Hattrick – und besiegt Tour-Fluch
Gleiches Bild, anderer Ort: Wieder einheimischer Jubel im Zielstadion, wieder zig Schweizer Fähnchen, die wie wild geschwungen werden. Zwei Wochen nach dem Sieg in Davos legt Nadine Fähndrich im Val Müstair nach. Auch der Heimweltcup in Tschierv wird von der Innerschweizerin dominiert, den Skating-Sprint zum Auftakt der 17. Tour de Ski hat sie von Prolog bis Final souverän im Griff.
Nach Beitostölen Mitte Dezember und Davos ist es Fähndrichs dritter Sprint-Streich in Folge. «Unglaublich», meint die 27-Jährige hinterher: «Ich bin einfach im Flow. Ich fühle mich wie in einem Traum.» Auch die harte, als schwierig geltende Strecke im Münstertal kann ihr nichts anhaben. Fähndrich läuft derzeit mit immer mehr wachsendem Selbstvertrauen und völlig neuer Lockerheit.
Im Gegensatz zu Davos sei sie «deutlich weniger nervös» an den Start gegangen. Im Landwassertal hätte sie sich selbst noch beweisen müssen, dass sie imstande sei, den Beitostölen-Coup zu bestätigen. Seit sie das getan hat, scheint bei ihr ein Schalter gekippt zu sein: «Jetzt weiss ich, dass ich es kann.»Neben Frauen-Siegerin Nadine Fähndrich sorgen auch zwei Männer für einen starken Schweizer Auftakt in die Tour de Ski.
Auch eine offene Rechnung mit der Tour de Ski hat Fähndrich beglichen. Vor zwei Jahren stürzte sie im Sprintfinal, letzte Saison in Lenzerheide war für die Prolog-Schnellste – ebenfalls nach einem Sturz – schon im Viertelfinal Schluss. Als Belohnung fürs Besiegen ihres Tour-Fluchs gibts 2022 zum Auftakt nicht nur 60 Bonussekunden im Hinblick auf die restliche Tour de Ski, die sie «sehr gerne fertig laufen würde». Beschenkt wird sie auch mit einer Prise Romantik, wie sie verrät. Nach ihrem Sieg kurz vor dem Jahreswechsel freut sie sich als Erstes auf ein schönes Abendessen: «Es ist das erste Mal seit sieben Jahren, dass ich Silvester mit meinem Freund Elvis feiern kann.