Fed-Chef Powell deutet erneute Zinspause an - Tür für künftige Straffung offen

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US-Notenbankchef Jerome Powell signalisiert eine erneute Zinspause und lässt zugleich die Tür für eine künftige Straffung weit offen.

Er sagte bei einem an den Finanzmärkten mit Spannung erwarteten Auftritt am Donnerstag in New York, nun sei Geduld gefragt, um zu sehen, wie die seit Anfang vorigen Jahres vollzogenen rasanten Zinserhöhungen wirkten. Die Notenbank Federal Reserve werde daher vorsichtig vorgehen. Dies gilt als Signal, dass beim Zinsentscheid am 1. November wohl keine Erhöhung zu erwarten ist, zumal auch andere führende Währungshüter zuvor Ähnliches andeuteten.

Trotz stetiger Fortschritte bei der Senkung der Inflation sei diese noch zu hoch. Wenn es zusätzliche Hinweise auf ein dauerhaft überproportional starkes Wirtschaftswachstum gebe oder Anzeichen, dass sich der Arbeitsmarkt nicht weiter abkühle, könnte die Fed mit einem strafferen Kurs reagieren. Die Notenbank hat die Zinsen seit Anfang 2022 von nahe null auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent gehievt.

Die Inflation hat sich zuletzt auf der Marke von 3,7 Prozent festgesetzt und erweist sich damit als hartnäckiger als erwartet. Die Fed will mit ihrer straffen Linie einer Teuerungsrate von zwei Prozent näherkommen. Zugleich will sie damit den heiss gelaufenen Arbeitsmarkt abkühlen. Powell sagte dazu, es gebe Hinweise auf eine schrittweise Abkühlung.

Auch Powell wies nun auf die jüngsten marktbedingten Anstiege der Anleiherenditen hin, die dazu beigetragen hätten, die allgemeinen Finanzbedingungen «erheblich» zu verschärfen: «Anhaltende Änderungen der finanziellen Bedingungen können Auswirkungen auf den Kurs der Geldpolitik haben», fügte der Fed-Chef hinzu. Sie könnten die gleiche Aufgabe erfüllen wie Zinserhöhungen der Fed.

Am Bondmarkt kehrten die Anleger angesichts der Aussicht auf weiter hoch bleibende Zinsen Staatsanleihen den Rücken. Die Kurse fielen, im Gegenzug ging es bei den Renditen weiter aufwärts. Die zehnjährigen US-Treasuries rentierten zeitweise mit 4,996 Prozent nach 4,902 Prozent am Mittwoch. Damit kratzte die Rendite an der Marke von fünf Prozent, die zuletzt 2007 überwunden wurde.

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