Neue St. Galler Ständerätin: Die Wahl von Esther Friedli hat viel mit ihrer Person zu tun – nicht mit ihrer Partei, der SVP. Eine Analyse.
Esther Friedli gelingt das, was allen anderen SVP-Kandidaturen – inklusive jener ihres Lebenspartners Toni Brunner 2011 – verwehrt blieb: Sie schafft für die wählerstärkste Partei des Kantons St. Gallen den Sprung in den Ständerat. Ihre Kontrahentin Barbara Gysi bleibt im Versuch, den SP-Sitz von Paul Rechsteiner zu verteidigen, chancenlos. Ein Coup der SVP, der zu einem grossen Teil mit Person Esther Friedli zu tun hat.
Breit abgestützte KandidaturAls Programmchefin der SVP Schweiz politisiert Friedli stramm auf Parteilinie. Trotzdem konnte sie weit über die Parteigrenze hinaus Stimmen gewinnen. Die Bevölkerung traut ihr zu, den Kanton St. Gallen im Ständerat zu vertreten und auch parteipolitische Überlegungen zurückzuschieben.
Friedli polarisiert kaum. Sie gilt als «Gmögige», wirkt zugänglich und offenherzig, zeigte sich gesprächsbereit und ging auf die Bevölkerung zu. An den vielen Auftritten in allen Ecken des Kantons gewann die 45-Jährige aus Ebnat-Kappel Sympathien bei ländlichen, konservativen Wählenden. Dieses Lager ist in St. Gallen traditionell gross. Das unterstreicht auch, dass Friedli in allen 75 Gemeinden ausser den Städten St.
St. Gallen traditionell bürgerlichIn ihrer Kampagne zeigte sich Friedli bodenständig und bürgernah. So beschrieb sie sich auf ihrem Wahlplakat, mitsamt Bild, wo sie einen Kaffee serviert. Thematisch orientierte sie sich an der Versorgungssicherheit, der Neutralität oder der Unabhängigkeit. Ohne gross anzuecken. Bei polarisierenden Themen wie Asyl- oder Europa-Politik hielt sie sich grösstenteils zurück.
Der St. Galler Ständerat ist traditionell bürgerlich geprägt, auch wenn die SVP den Sprung ins Stöckli bis dato nie schaffte. Die CVP und die FDP dominierten. Jahrzehntelang gehörten linke Ständeräte wie Friedlis Vorgänger Paul Rechsteiner zur Ausnahme. Mit der Wahl von Esther Friedli kehrt der Kanton St. Gallen also zu alten Gewohnheiten zurück.
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