Kann man einen Roman auszeichnen, der Israel als Mordmaschine darstellt? Dieser Diskussion muss sich die Frankfurter Buchmesse stellen.
Die Terroristen der Hamas zogen noch mordend durch Israel, als im Berliner Stadtteil Neukölln die schrecklichen Taten schon bejubelt wurden. Der Konflikt im Nahen Osten findet längst auch in Deutschland statt, und keineswegs nur im Viertel mit hohem Migrationsanteil, sondern auch im hiesigen Kulturbetrieb.
Der Text ist zweigeteilt. Er erzählt zunächst von einem historischen Verbrechen im Sommer 1949. Ein palästinensisches Mädchen wird von israelischen Soldaten missbraucht und ermordet. Die Geschichte, die in israelischen Medien vor 20 Jahren aufgearbeitet wurde, ist zunächst im Stile französischer Existenzialprosa in auktorialer Perspektive geschrieben.
Preisvergabe wäre kaum auszuhalten Der zweite Teil spielt Jahrzehnte später. Eine Journalistin aus Ramallah möchte mehr über dieses Verbrechen erfahren. Die Ich-Erzählung entwickelt nun einigen Sog, weil die getriebene Protagonistin damit kämpft, „Grenzen zu erkennen und Situationen logisch und rational zu beurteilen“. Das kann an den Checkpoints der israelischen Armee tödlich sein.
Sein einfühlsamer Ton überlagert ein Grundproblem des Textes: In diesem Kurzroman sind alle Israelis anonyme Vergewaltiger und Killer, die Palästinenser hingegen Opfer von vergifteten bzw. schießwütigen Besatzern. Die Gewalt gegen israelische Zivilisten kommt wohl auch deshalb nicht vor, weil sie als legitimes Mittel im Befreiungskampf gegen die Besatzer gilt.
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